BUSFAHREN - EIN LEBENSBERUF: SABTOURS-MITARBEITERPROJEKT 2007 BIS 2009
1. Unternehmen und Anlass Sabtours Reisebüro und Autobusbetrieb GmbH mit Sitz in Wels und weiteren Standorten in Oberösterreich ist seit mehr als 45 Jahre erfolgreich im Touristik- und Busbereich tätig. Sabtours betreibt seit 1998 aktive Gesundheitsförderung. Mit dem ersten BGF-Projekt „Gemeinsam aktiv“ wurden im verhältnisorientierten Bereich viele nachhaltige Arbeitsplatzverbesserungen umgesetzt und auch im verhaltensorientierten Bereich ein breites Spektrum angeboten.
Nun will sich die Unternehmensgruppe für den demografischen Wandel fit machen. Künftig werden allgemein in den Betrieben mehr über 50-Jährige als unter 30-Jährige arbeiten. Bei sabtours im Busbetrieb ist es heute (2006) schon der Fall: 42% der ArbeiterInnen sind 50plus und 11% sind unter 30 Jahre alt. Das bedeutet, dass viele durch die Berufsjahre erfahrene MitarbeiterInnen in der Belegschaft sind. Gleichzeitig bedeutet es auch, dass man ein besonderes Augenmerk auf die Erhaltung der Gesundheit und der Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten legen muss.
2. Programm und Ziele
2007 startete das betriebliche Gesundheitsförderungsprogramm „Busfahren. ein Lebensberuf“. Die Ziele sind die Erhaltung des Arbeitsvermögens und die Stärkung der Arbeitszufriedenheit bis zum Pensionseinstieg sowie die Förderung des Wohlbefindens der MitarbeiterInnen am Arbeitsplatz. Das ist auch die Grundlage dafür, dass man mit so wenig wie möglich gesundheitlichen Beeinträchtigungen in den dritten Lebensabschnitt einsteigen kann. Dies soll mit vorbeugenden Maßnahmen für alle Altersgruppen und gemeinsam mit den MitarbeiterInnen erreicht werden. Das Programm richtet sich an alle MitarbeiterInnen im Busbetrieb, ob sie nun als BusfahrerIn, im Verkauf oder in der Verwaltung arbeiten. Das sabtours-Programm will umfassend und wirkungsvoll fördern und greift zurück auf bewährte Aktionen aus Finnland (FIOH) . Dort wurde die Arbeitsbewältigungsfähigkeit der Beschäftigten gefördert durch Maßnahmen für
die persönliche Gesundheit
professionelle Kompetenz und vielseitige Fähigkeiten
passende Arbeitsbedingungen (ggf. nach Bedarf des Beschäftigten)
eine anerkennende MitarbeiterInnenführung und ein unterstützendes Betriebsklima
3. Programm-Bausteine der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF)
3.1 Die Steuerungsgruppe bestehend aus Geschäftsleitung, Belegschaftsvertretung, Führungskräfte, Arbeitsmedizinerin, OOGKK, Beraterin und Programmleitung hat die Aufgabe der strategischen Lenkung
3.2 Die Bestandsaufnahme „ArbeitsGesundheit“ mittels einer anonymen MitarbeiterInnenbefragung und Krankenstandsanalyse erfolgte durch die OÖGKK im April 2007
3.3 Ein ressourcenorientierter Unternehmens- und Führungskulturentwicklungsprozess (zur gesundheitsfördernden Führung), in dessen Mittelpunkt die Einführung und Durchführung von wertschätzenden Führungs-MitarbeiterInnen-Dialogen – Anerkennender Erfahrungsaustausch mit Gesunden und Gesundeten (n = 134) und achtsames Arbeitsbewältigungsgespräch mit den gesundheitlich Gefährdeten – ist seit Mai 2007 im Gange
3.4 In einem Maßnahmenworkshop hat die Geschäftsführung eine Reihe von Führungskräften, BelegschaftsvertreterInnen, Arbeitsmedizinerin und MitarbeiterInnen eingeladen, um für die aus den gesunden Gesprächen erkannten Stärken und Schwächen gemeinsam Maßnahmen zu entwickeln: Stärken sollen gestärkt werden; Schwächen sollen geschwächt werden. Dieser Maßnahmenplan wird im Jahr 2008 abgearbeitet.
3.5 Die alterssensible Dienstplangestaltung (z.B. mit Entlastungsangeboten bei starken Linien für gesundheitlich Gefährdetet und 55plusjährige FahrerInnen), berücksichtigte ebenfalls die Hinweise aus den Führungs-MitarbeiterInnen-Dialogen und konnte im Herbst 2007 in Kraft treten. Mit dem Schritt der Umstellung des Dienstplanes sind nach anfänglicher Skepsis und Widerständen nun weitere Bedürfnisse geweckt worden, die erneut im September 2008 in den Dienstplan eingearbeitet werden sollen. Es ist auch der Bedarf an Teilzeitjobs für Ältere gesichtet worden Auch hier sollen gemeinsam mit der Belegschaftsvertretung Angebote für die Mitarbeiter ausgearbeitet werden (Angebote zur Reduktion der Arbeitszeit wie gleitende Altersteilzeit.
3.6 Bessere Vorausplanung im Reisebusverkehr (in Nebensaison)
3.7 Aufgrund der Ergebnisse aus Bestandsaufnahme und Dialogen kam es zu einem bedarfsorientierten Teamentwicklungsprojekt im Werkstättenbereich Wels/Linz und Büroteam Linz (Frühjahr 2008).
3.8 Mehr Turnusfahrer - weniger Springer
3.9 Verbesserung der Bodenmarkierungen
3.10 Systemfehler in LAWO-Krauth Anzeigen korrigiert
3.11 Neue Arbeitskleidung für Arbeitsdienst
3.12 Sanitäre Anlagen verbessern
3.13 Stärkung „Busfahren macht Freude“ (Berufsbild im Internet, neues Linien- und Reisebusfahrer-Handbuch, neue Ausstattung mit Dienstkleidung..)
3.14 Neuer Busstandort Linz
3.15 Schulung der Busfahrer verbessern (Neudefinition der Schulungsbereiche, Schulungsfahrer...)
3.16 Ausbildungsprogramm im technischen und kommunikativen Bereich standardisieren
3.19 Teamsprecher zwischen Werkstätte und Fahrdienst
3.20 Einführung von Kommunikatoren pro Linie
3.21 Als verhaltenspräventive Maßnahmen kommen Angebote der OÖGKK aus dem Bereich Ernährung + Bewegung „Gemeinsam bewegen – leicht genießen“ und „Rauchfrei durchs Leben“ mehrmals zur Umsetzung (2007 und 2008). Vortragsbesuche zu Gesundheitsthemen werden angeboten, Apfelaktion... Zur Unterstützung der seelischen Gesundheit – insbesondere für Personen mit gesundheitlicher Gefährdung – gibt es das vertiefte und vertrauliche Beratungsangebot der Arbeitsmedizinerin „Arbeitsbewältigungs-Coaching“. Zur Verbesserung des Betriebsklimas werden in der Freizeit verstärkt gemeinsame Unternehmungen angeboten (Skitag, Radausflug, Nordic-Walken, Fahrt in die Wachau, Info-Tage mit gemeinsamen Essen…)
3.22 Gezielte Gesundheitsberatung/Therapieberatung durch die Arbeitsmedizin
3.23 Entwicklung von Zuschussangebote für Therapien für die Diagnosegruppe Muskel-Skelettbeschwerden ...
3.24 Im Frühjahr 2009 ist die Wirkungsüberprüfung geplant.